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Marianne Hoppler

„Kreativität ist Intelligenz, die Spass hat.“

Marianne Hoppler
23. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Aug.

Wenn Einstein das sagt, muss ja etwas dran sein.


„Ich kann aber nicht singen/zeichnen/….“

Egal - tu es trotzdem!


Ich würde mir nicht eine so tolle Gelegenheit entgehen lassen, mein Gehirn zu pimpen und Glückshormone en masse auszuschütten!


Denn genau das ist drin, wenn man singt, malt, gestaltet: ein Feuerwerk an Glückshormonen. Kreativität ist Gehirnaktivierung mit Spassfaktor.


Kreatives Tun aktiviert mehrere Systeme gleichzeitig: Beim Singen, Zeichnen, Tanzen oder Musizieren sind Wahrnehmung, Bewegung, Aufmerksamkeit, Vorstellungskraft und emotionale Verarbeitung beteiligt. Das Gehirn bekommt also nicht einfach „Input“, sondern muss ständig verarbeiten und hervorbringen. Genau deshalb liebt unser Gehirn Kreativität, und auch du wirst es lieben, wenn du deinen Perfektionismus erst mal beiseiteschiebst und den ersten Schritt tust.


Egal ob es häkeln, basteln, malen oder etwas ausschneiden ist. Tu etwas. Tu es einfach. Lass den inneren Kritiker beiseite, drück ihm einen Lutscher in die Hand, wenn es sein muss, und mach dich ans Werk.


Kreiere, gestalte.


Ohne Plan, ohne Anleitung, kein Tutorial.


Du brauchst nichts dazu ausser ein paar Stiften, einem Blatt und ein bisschen Mut.


Manche Menschen haben Angst vor einem leeren Blatt. Es wird dir nichts Schlimmes passieren, glaub mir. Aber es kann in dir so viel Gutes auslösen, wenn du dich getraust. (Die positiven Wirkungen kreativen Tuns sind nicht denjenigen vorbehalten, die angeblich gut darin sind.)

 

Du weisst nicht, wo beginnen?


Also, ich gebe dir eine Aufgabe:

Schreibe deinen Namen in einer Farbe deiner Wahl.


Welche Farbe wählst du?


Wie groß schreibst du deinen Namen?


Schreibst du ihn mitten aufs Blatt oder an den Rand? Es gibt nichts zu interpretieren, aber viel zu entdecken!


Hast du Lust, die Buchstaben zu verzieren? Möchtest du etwas dazu zeichnen oder malen?


Es braucht nicht schön zu sein. Es braucht nur ausgeführt zu werden.


Von dir.


Niemand anderes kann es für dich tun.



Kreativität ist nicht etwas, das man hat, sondern etwas, das man tut.


Du brauchst nicht auf Inspiration zu warten. Oder dass du dich dazu imstande/berufen/talentiert/motiviert fühlst. Leg los, und du wirst merken, dass es möglich ist. Du musst nicht wissen, was am Ende entstehen soll.Du musst nur den ersten Strich machen.


Krakele einen Strich auf ein Blatt Papier, und schon hast du etwas Eigenes. Mach einen zweiten Strich, und schon hast du etwas, das eine Dynamik hat und miteinander in Beziehung geht. Mach drei Striche und es entsteht eine Geschichte.


Geh mit deinem Kunstwerk (auch wenn es in deinen Augen keines ist😄) in Beziehung. Rede mit ihm, frage, welche Farben es sich noch wünscht. Kreativität entsteht „unterwegs“ und bedeutet manchmal, sich selbst dabei zuzusehen, wie etwas entsteht, von dem man vorher noch gar nicht wusste, dass man es machen kann.


Dich von dir selbst überraschen lassen. Wann ist dir das das letzte Mal passiert?

 

Erschaffe etwas, was nur du kannst. Diese schräge Linie, die kannst nur du ziehen, aber ziehe sie. Wenn du es nicht tust, wird sie den Weg in die Welt nie finden.


Verpasse die Gelegenheit nicht. Etwas zu gestalten ist unheimlich befreiend.


Vielleicht liegt darin sogar eine viel grössere Kraft, als wir zunächst denken: Kreatives Tun hat das Potenzial, uns zu mehr Lebendigkeit, Verbundenheit mit uns selbst und manchmal sogar zu einem neuen Gefühl von Sinnhaftigkeit zu führen.


Wir verbringen unglaublich viel Zeit damit, etwas aufzunehmen: schauen, scrollen, lesen, hören, konsumieren, vergleichen. Unser Kopf bekommt ununterbrochen Futter: Noch ein Video, noch ein Bild, noch eine Information, noch eine Meinung, noch eine Inspiration.


Und irgendwann sind wir randvoll mit dem, was von aussen kommt – und haben dabei vielleicht ganz vergessen, was eigentlich von uns selbst kommen würde, wenn wir es uns denn erlauben würden. Vielleicht getrauen wir uns auch schon gar nichts mehr, eingeschüchtert von all dem scheinbar so Perfekten, das von Aussen auf uns hereinprasselt.


Genau da kann deine mutige Kreativität wie eine Mini-Revolution wirken: Nicht noch mehr aufnehmen, sondern rauslassen, was kommt.Nicht konsumieren, sondern dein Eigenes in die Welt bringen.


Und glaub mir, das kann so unglaublich wohltuend sein: Wenn wir nicht vergleichen, nichts bewerten, nichts leisten müssen.

Sondern spielen, ausprobieren, mit allen Sinnen dabei sein, sich vergessen und verlieren, unperfekt sein, scheitern, weitermachen.


Kreativ zu sein kann sooo unglaublich heilsam und befreiend sein.


Du bist skeptisch? Na los, probier es aus!


Ein Strich, eine Farbe, ein Ton, eine Bewegung, eine Idee.

Es geht nicht darum, etwas Schönes, etwas Perfektes, etwas Tolles zu kreieren. Egal wie schräg es ist, egal wie komisch es vielleicht aussehen mag, es ist deins! Du hast es geschaffen, du hast es kreiert. Diese Erfahrung kann dir niemand wieder nehmen.


Am besten, du fängst jetzt gleich damit an. Du weisst, wie‘s geht:


Nimm ein Blatt Papier, nimm einen Stift. Mach einen Strich, und dann noch einen und noch einen. Und dann schau, was sich bei dir verändert. Wetten, dass da ein zufriedenes Grinsen kommt?

 

Mein Versuch kreativ zu sein. Wie sieht deiner aus?
Mein Versuch kreativ zu sein. Wie sieht deiner aus?

 
 
 

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